Brennstoffzellen-Fahrer-Stammtisch besichtigt die  H2-Tankstelle der Westfalen Gruppe in Münster

Westfalen-AG-H2-Tankstelle-Muenster
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Bericht: Brennstoffzellen-Fahrer-Stammtisch besichtigt die  H2-Tankstelle der Westfalen Gruppe in Münster

Münster, 22.6.2022

Jürgen Löchte, Leiter Tankstellen-Versorgungstechnik der Westfalen Gruppe, und Eckhard Rahe, ehemaliger Mitarbeiter der Westfalen Gruppe, empfangen die Mitglieder unseres Brennstoffzellen-Fahrer-Stammtischs an der H2-Tankstelle der Westfalen Gruppe in Münster.
Zufällig ist auch ein Anlieferungsfahrzeug mit ‚frischem‘ Wasserstoff vor Ort und füllt die Anlage gerade auf.

So treffen sich Verbraucher und Versorger vor Ort.

Beeindruckende Technikbei der Befüllung: 200 bar herrschen in den über 100 Tanks des Trucks, die zu Segmenten verbunden sind. Je nach Restbestand in der Tankstelle (Hochspeicher) kann hier die gewünschte Menge durch einfaches Überströmen (also ohne Pumpe, Kompressor o.Ä.) aufgefüllt werden. Ist eine Sektion des Trucks leer, geht’s mit der nächsten weiter; immer mit einer, die etwas mehr Druck als der Tankstellen-Speicher hat. Eine clevere Technik.

Jürgen Löchte erläutert den Aufbau der H2-Tankstelle und deren Komponenten, die sich in den Containern verbergen.

Schema der H2-Tankstelle Westfalen AG Münster

Der frisch angelieferte Wasserstoff geht in den 21 m hohen Vertikalspeicher, der ca. 400 kg Wasserstoff fasst.









Und dann kommt eine Besonderheit dieser Anlage: Eine Wasserstoff-Reinigungsstufe!
In einem Palladium-Diffusor diffundiert nur der Wasserstoff durch eine Membran, die Rückstände nicht.
Diese Anlage kann also Wasserstoff der Reinheitsklasse 3 auf die Reinheitsklasse 5 bringen, die für die Nutzung in Brennstoffzellen gefordert wird.
Sieht unspektakulär aus, macht die Anlage aber hochflexibel.

Den 5-stufigen ionischen Verdichter hört man trotz normalerweise geschlossenen Türen des Containers beim Tanken deutlich.
Der Wasserstoff wird auf bis zu fast 900 bar Druck gebracht.
Auf den Kolben befindet sich eine ionische Flüssigkeit, damit die winzigen H2-Moleküle nicht in die Komponenten des Verdichters entweichen können.

Der so komprimierte Wasserstoff wird in über 60 Stahlflaschen, die mit Carbonfasern ummantelt sind, für die Betankung vorgehalten.

Auch hier sind Flaschen zu Verbünden ‚zusammengeschaltet‘, damit bei einem Tankvorgang erstmal per Überströmung betankt werden kann. Durch geschickte Anordnung und Ansteuerung über Ventile kann so bei kleineren Mengen ohne ’den Verdichter betankt werden.

Um beim Eintritt des Wasserstoffs in die Carbontanks der Autos keinen Schaden am Material anzurichten (max. 80°C), wird der Wasserstoff vor der Tanksäule auf -40° C heruntergekühlt.

Beeindruckend, was hinter so einer H2-Tankstelle steht, noch beeindruckender, wie einfach und schnell der Tankvorgang für den Anwender ist.

Toll, dass Unternehmen wie die Westfalen Gruppe mit kompetenten Mitarbeitern diese Technik voranbringt und zeigt, dass es geht: Die H2-Mobilität ist real verfügbar, bestens durchdacht und damit 100 % anwendertauglich.

Hoffen wir alle auf viel mehr Busse, LKWs und PKWs, die mit Wasserstoff betrieben werden, der dann möglichst regenerativ erzeugt wurde.

Danke an die Westfalen Gruppe und das Team Jürgen Löchte und Eckhard Rahe.

Die Besichtigung, eine Betankung und ein anschließendes Gespräch wurden von der WDR-Lokalzeit Münsterland begleitet und in der Sendung vom 22.6.22 um 19:30 h ausgestrahlt.

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